Impotenz – Wenn die Erektion ausbleibt

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Erektionsstörungen sind längst keine Seltenheit mehr und treten gerade in unserer stressbedingten Zeit immer häufiger auf. Die sexuelle Gesundheit als Teil des allgemeinen Wohlbefindens des Mannes wird hierdurch merklich eingeschränkt. Alles Wichtige zum Thema Impotenz erfahren sie hier.

Was ist Impotenz?

Impotenz, auch erektile Dysfunktion oder Erektionsstörung, bezeichnet die Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder über eine längere Zeit aufrecht zu erhalten. Ab wann man im medizinischen Sinne von einer Impotenz oder erektilen Dysfunktion sprechen kann, dazu gibt es keine einheitliche Meinung. Nach Dr. Oliver Gralla, ist dies erst nach mehr als zwei Monaten ohne zufriedenstellendem Geschlechtsverkehr der Fall (1). Andere Ärzte sind der Meinung eine dauerhafte erektile Dysfunktion frühestens nach sechs Monaten zu diagnostizieren (2). Und auch nur dann, wenn in der Mehrzahl der Versuche der Penis nicht hart wird oder vorzeitig erschlafft. Wenn es nur hin und wieder passiert, dass der Penis schlaff ist oder nicht richtig hart wird, ist das noch keine Impotenz.

Der Verband deutscher Urologen definierte 2001 Impotenz als gegeben, wenn über einen längeren Zeitraum von wenigstens einem halben Jahr mindestens 70 Prozent der Versuche, einen Geschlechtsakt zu vollziehen, scheitern (3).

Drei Arten von Impotenz

Im Allgemeinen versteht man unter Impotenz die Unfähigkeit zur Durchführung des Geschlechtsverkehrs. Der Mediziner nennt diese Art der Impotenz impotentia coeundi. Diese Art der erektilen Dysfunktion ist üblicherweise gemeint, wenn man von der Impotenz spricht. Daneben gibt es aber auch noch die ebenfalls Impotenz genannte Zeugungsunfähigkeit impotentia generandi. Bei ihr kommt es zum Samenerguss, doch die Qualität oder Quantität des Samens reicht nicht aus, um Nachkommen zu zeugen. Und dann ist da noch die impotentia concupiscentiae, eine Lustlosigkeit. Es besteht zwar ein Verlangen, aber aufgrund einer geschwächten Libido kein Können.

Wie entsteht eine Erektion?

Zum Verständnis der Erektionsstörung macht es Sinn sich eine normale Erektion anzuschauen. Unter hohem Druck wird das Blut durch die erweiterten Arterien in den Schwellkörper gepumpt, wodurch sich der Penis versteift. Dies ist ein komplexer Vorgang, bei dem Nerven, Muskeln, Blutgefässe und Hormone zusammenarbeiten müssen. Je mehr Beteiligte, desto grösser die Störanfälligkeit, da jede einzelne Komponente versagen und damit die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems behindern kann.

Ursachen von Erektionsstörungen

Die Gründe für Impotenz sind vielseitig. Betrachten Sie die Ursachen der Impotenz deshalb stets im gesamt-gesundheitlichen Kontext. Bei rund 70 Prozent der Männer mit einer erektilen Dysfunktion hat die Impotenz körperliche Ursachen (4). Bei 30 Prozent der Männer hingegen sind psychische Gründe verantwortlich für eine erektile Dysfunktion. Im folgenden werden psychische und körperliche Ursachen weiter erläutert.

Psychische Ursachen

Oft hat die erektile Dysfunktion eine psychische Ursache. In der Altersgruppe der Männer bis 35 Jahre dominieren Stress, Leistungsdruck und Depression (5). Stress führt zu einer Senkung des Testosteronspiegels, die Folge können Erektionsprobleme sein. Emotionale Blockaden können aber auch viele andere Ursachen haben: Man findet die Partnerin/den Partner nicht mehr so attraktiv oder man fühlt sich ständig unter sexuellem Leistungsdruck, man leidet unter Versagensängsten oder unter Eifersucht. Auch Depressionen oder traumatische sexuelle Erfahrungen können die psychische Ursache für erektile Dysfunktionen sein.

Weniger Druck – mehr Power

Es gibt verschiedene Ansätze, um psychische Blockade zu lösen. Im besten Fall können schon einfache Entspannungstechniken weiterhelfen. Autogenes Training, Meditation und Sensualitätstraining sind Techniken, die psychischen Druck reduzieren und auch Stress auflösen können.

Bei tieferen Ursachen der erektilen Dysfunktion kann eine Sexual- oder Paartherapie hilfreich sein. Hängt die psychische Ursache nicht an der Sexualität, sondern ist zum Beispiel eine Depression oder eine Sinnkrise der Auslöser der Impotenz, ist die klassische Psychotherapie gefragt. Wird die tieferliegende Ursache erfolgreich angegangen, verschwinden in der Regel auch die Erektionsstörungen.

Körperliche Ursachen

Der weit grösser ausmachende Teil von Impotenz liegt körperlichen Ursachen zugrunde. Im Folgenden haben wir die häufigsten physischen Ursachen für sie zusammengefasst.

Erkrankungen der Blutgefässe

Die Gefässverkalkung (Arteriosklerose, einfacher Arterienverkalkung genannt) ist die häufigste Ursache der Impotenz (4). Was passiert? Durch die verkalkten Arterien gelangt nicht genügend Blut in den Penis. Andererseits kann das Blut auch zu schnell wieder abfliessen. So kann natürlich keine dauerhafte Erektion aufrecht erhalten werden.
Die Arteriosklerose führt auch zur Einengung der Herzkranzgefässe. Diese koronare Herzkrankheit ist die häufigste Todesursache in westlichen Industrieländern.

Diabetes

Bei der Zuckerkrankheit lagern sich die Zuckermoleküle – ähnlich wie bei der Gefässverkalkung – an den Wänden der Blutgefässe ab. So fliesst nicht genug Blut durch die Arterien in die Schwellkörper. Die Folge – erektile Dysfunktion.

Erkrankungen der Nervensysteme

Das Gehirn muss dem Penis signalisieren, wenn er aufzustehen hat. Dazu müssen gesunde Leiterbahnen, Nerven, vorhanden sein. Sind diese geschädigt wie z.B. bei der Multiplen Sklerose, Parkinson oder nach einem Schlaganfall, ist diese Verbindung gestört. Eine Querschnittslähmung kann die Verbindung zum Gehirn ebenfalls unterbrechen. Auch ein Bandscheibenvorfall kann die Weiterleitung der für eine Erektion nötigen Nervenimpulse beeinträchtigen. Und wenn kein Reiz ankommt, rührt sich auch nichts.

Unfälle oder Operationen

Bei Operationen im Beckenraum kann es zu einer Beschädigung der Nervenbahnen des Penis kommen. Eine Folge davon kann Impotenz sein, was nicht selten vorkommt. Bei Unfällen kann es zu Verletzungen des Schwellkörpers oder des Penis kommen, die eine Erektion verhindern. Häufig tritt die erektile Dysfunktion nach einer Prostata-Operation auf.

Medikamente – Betablocker & Impotenz

Auch einige Medikamente können eine erektile Dysfunktion auslösen. An erster Stelle sind hier die weit verbreiteten Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die sogenannten Betablocker, zu nennen. Vor allem Medikamente, die in den männlichen Hormonhaushalt eingreifen, können impotent machen, etwa Medikamente, die zur Behandlung einer vergrösserten Vorsteherdrüse (benigne Prostatahyperplasie) eingesetzt werden (5). Auch Antidepressiva und andere Psychopharmaka können zu Erektionsproblemen oder Libidoverlust führen. Des Weiteren stehen Schmerzmittel im Verdacht, die Ursache für Impotenz zu sein (5).

Schädlicher Lebensstil

Nikotin, Alkohol und Drogen sind nicht gesund – das ist bekannt. Dass sie auch für die Potenz schädlich sind, wird oft erst dann begriffen, wenn man die Auswirkungen bemerkt.

Rauchen führt zu Veränderungen bei den kleinen sensiblen Gefässen des Penis und wirkt auch auf das Nervensystem und die glatten Muskelzellen des männlichen Geschlechtsorgans. Selbst Passivrauchen hat Auswirkungen auf die Potenz. Und je länger geraucht wird, desto schlechter (6). Auch die Zigarette kurz davor ist der Erektion nicht gerade förderlich.

Beim Alkohol können die Potenzstörungen sehr schnell auftreten, schon bei relativ geringen Mengen. Schon ab 1,0 Promille kommt es oft zu heftigen Beeinträchtigungen der Erektionsfähigkeit. Zu langfristigen Folgen für die Potenz führt regelmässiger Alkoholkonsum. Chronischer Alkoholmissbrauch schädigt unter anderem das Nervensystem, die glatten Muskelzellen im Schwellkörper sowie das hormonelle System des Mannes. Ist die erektile Dysfunktion erst einmal da, ist es oft schon zu spät: Trotz Umstellung der Lebensgewohnheiten ist eine Besserung der erektilen Funktion bei nur etwa 30 % der Männer zu erwarten (7).

Drogen werden gerne dazu benutzt, Sex intensiver, länger und aufregender zu erleben.
Doch psychoaktive Substanzen wirken nicht bei jeder Person gleich. Bei manchen Männern bewirken sie genau das Gegenteil, z. B. Erektionsstörungen oder sie haben plötzlich einfach keine Lust mehr. Langfristiger Drogenkonsum kann auch zu organischen Störungen und langanhaltenden Erektionsproblemen führen. Gefährlich ist die Kombination mit Potenzpillen, die zu Schwindelanfällen bis hin zur längerer Bewusstlosigkeit führen kann.

Anabolika und Wachstumshormone führen vielleicht zu schwellenden Muskeln, zu einem schwellenden Penis verhelfen sie nicht, ganz im Gegenteil (8).

Hormonelle Veränderung

Bei der Erektion spielt das Sexualhormon Testosteron eine entscheidende Rolle. Mit zunehmendem Alter sinkt der Testosteronspiegel des Mannes. Eine Erektionsstörung kann die Folge sein.

Mit diesem Fragebogen können sie ihre Impotenz selbst testen

Häufigkeit der erektilen Dysfunktion

Die erektile Dysfunktion nimmt mit dem Alter zu. Sind es bei den 40 bis 49-Jährigen erst knapp 10 Prozent, sind es bei den 60 bis 69-Jährigen schon jeder Dritte und bei den 70 bis 80-Jährigen jeder Zweite, dem Impotenz attestiert werden kann. Die Zahlen basieren auf der Kölner Studie von 1998, bei der 4489 Fragebögen ausgewertet wurden (9). Eine Verschiebung der von Erektionsstörung betroffenen Männern lässt sich gerade heutzutage feststellen. Immer mehr Männer werden nämlich schon in jungen Jahren (25+) mit der Problematik konfrontiert. Die Gründe hierfür liegen jedoch eher auf psychischer statt körperlicher Seite.

Diagnose und Heilbarkeit

Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist eine präzise Diagnose der Ursache der Erektionsstörungen. Dazu gehört ein ausführliches Gespräch mit einem Facharzt, eine Blutabnahme, um den Zustand des Hormonhaushalts zu erkennen. Dazu eine äusserliche Untersuchung des Genitals und eine apparative Diagnostik.

Wie kann Impotenz behandelt werden?

Bei der überwiegenden Mehrzahl der Männer (ca. 70 %) sind die Potenzstörungen organisch bedingt (10). Was kann man tun? Übergewicht und Bewegungsmangel können bekämpft werden durch vermehrte sportliche Aktivität. Schon eine Reduzierung des Gewichts um 10 % und die Steigerung der körperlichen Bewegung kann bei übergewichtigen Männern eine deutliche Verbesserung der Erektionsfähigkeit bringen (10). Bei Patienten mit Bluthochdruck sollte man von bekanntermassen erektions-schädlichen Medikamenten wie den meisten Betablockern zu erektions-freundlichen Medikamenten wechseln.

Orale Medikamente

Seit 1998 gibt es sie, die Potenzpille. Damals kam der erste pharmazeutische Erektionshelfer auf den Markt. Die enthaltenen Wirkstoffe sorgt dafür, dass sich im Penis die Gefässe erweitern und dadurch die Blutzufuhr in den Schwellkörper verstärkt wird. Auf den ersten Blick eine einfache Lösung. Aber nicht umsonst kann das Mittel in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur auf Rezept bezogen werden. Denn es können Nebenwirkungen auftreten und auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten – darüber muss ein Arzt aufklären. Er muss auch diagnostizieren, ob eine andere Erkrankung Grund für die Erektionsstörung ist. Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder niedrigem Blutdruck sollten die oralen Potenzmittel nicht einnehmen. Und auch wenn der Arzt grünes Licht gibt – bei vielen Männern wirkt die Pille nicht. Dann kann zu anderen rezeptfreien durchblutungsfördernden Mitteln oder alternativen Therapieformen gegriffen werden.

Schwellkörper-Autoinjektionstherapie

Hierbei werden die durchblutungsfördernde Medikamente direkt in den Schwellkörper gespritzt. Es kommt ohne eine Stimulation zu einer künstlichen Erektion. Nach Absprache und Einweisung durch einen entsprechenden Facharzt kann die Therapie von dem Patienten selbstständig durchgeführt werden. Aber Vorsicht bei der Dosierung! Und Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten sollten selbstverständlich vorher besprochen werden.

Implantation

Schwellkörperimplantate werden operativ in den Penis eingesetzt und ermöglichen eine Versteifung des Gliedes. Eine letzte Möglichkeit für Männer, bei denen alle anderen Therapieoptionen erfolglos waren. Hydraulische Implantate haben im Hodensack eine Pumpe, die Flüssigkeit in einen künstlichen Schwellkörper pumpt, bis der Penis steif ist. Es gibt auch biegsame Penisprothesen, die bei bedarf in die richtige Position gebracht werden

Beckenbodentraining

Nicht nur für Frauen nach der Schwangerschaft ist das Beckenbodentraining geeignet. Ein langfristiges Training kann auch Männern bei Erektionsbeschwerden helfen. Durch das Trainieren der unteren Beckenmuskulatur wird die Durchblutung und dadurch die Erektionsfähigkeit verbessert. Ein langer, aber gesunder Weg.

Erektionshilfe durch Penis-Training

Ein einfach zu handhabendes mechanisches Hilfsmittel ist die Vakuumpumpe, auch Penispumpe genannt. Penispumpen sind eine Alternative zur medikamentösen Behandlungen mit Potenzmitteln oder der Implantation. Der Zylinder der Erektionspumpe wird bei der Anwendung über den Penis gestülpt und erzeugt durch Abpumpen der Luft einen Unterdruck, der das Glied steif werden lässt. Mit einem Penisring kann das Blut dann im Penis für längere Zeit gehalten werden. Der Penisring kann auch ohne die Pumpe zum Einsatz kommen. Der Blutrückfluss wird bei der Anwendung reduziert und führt so zu einer besseren Versteifung, damit wird rein mechanisch auch eine stärkere Erektion erreicht.

Bestimmte Vakuumpumpen zählen als medizinisches Hilfsmittel und werden bei diagnostizierter Impotenz in den meisten Fällen von den Krankenkassen übernommen

ORGAWELL – Medizinprodukte für die sexuelle Gesundheit

Wir bei ORGAWELL betrachten die sexuelle Gesundheit als wichtigen Baustein für eine hohe Lebensqualität. Neben ausgewählten Medizinprodukten für Männer, Frauen und Paare bieten wir ihnen mit unserer diskreten Telefonberatung einen professionellen Ansprechpartner Rund um alle Fragen zu ihrer sexuellen Gesundheit und den von uns angebotenen Produkten (+49 (0)30 2062176166 von 08-18 Uhr).

Quellen

  1. Dr. Oliver Gralla, Untenrum glücklich, S. 143
  2. Krause/Weidling/Sperling/Diemer, Andrologie S. 409
  3. DGU (Deutsche Gesellschaft für Urologie) (2001): Leitlinie: Diagnostik und Therapie von Libido- und Erektionsstörungen. Der Urologe, Band 40, Heft 4, Seite 331-339. (nicht mehr gültig)
  4. Ingrid Müller, Carola Felchner, netdoktor: https://www.netdoktor.de/symptome/impotenz/
  5. Alexander Wehr, Die Welt.de, https://www.welt.de/gesundheit/article12746263/Diese-Medikamente-machen-impotent.html
  6. Krause/Weidling/Sperling/Diemer, Andrologie, S. 412
  7. Dirk Manski, Urologielehrbuch.de, S. 496
  8. https://www.saarbruecker-zeitung.de/nachrichten/politik/urologen-verband-warnt-doping-fuehrt-zur-impotenz_aid-894503
  9. “Kölner Studie”: https://www.impotenz-selbsthilfe.de/annaeherung/praevalenz.html
  10. https://www.porst-hamburg.de/spezielle-andrologie/erektionsstoerungen-impotenz.html